Mit meinen Blog bin ich an der an der Blogger-Challenge »EM-Abseits« beteiligt. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich bei jedem Teilnehmer zu seinen Beitrag einen Kommentar hinterlasse. Bisher lief es auch ohne Probleme. Doch letzten Donnerstag war dieses bei manchen Blogs nicht mehr so ohne weiteres möglich. Warum das so war, wurde mir erst später bewusst.
You must be logged in to comment
Es war nicht mein Fehler, so viel war mir klar, da ich nichts anders machte als sonst. Name, E-Mail-Adresse, URL der Website, Text eingeben und auf senden drücken. Nur dieses Mal erschien folgende Fehlermeldung.
«You must be logged in to comment with that email address.«
Was war denn nun passiert? Wo soll ich mich anmelden? Und warum mit dieser E-Mail? Viele Fragen, die ich mir stellte und erst beantwortet werden konnten, nachdem ich die gleiche Website mit aktiviertem Javascript lud.
Und siehe da! Im Kommentarformular erschienen weitere Buttons. WordPress, Twitter und Facebook.
Nun gut. Ich kenne Plug-Ins, welche die Funktion anbieten, sich bei dem gewünschten Netzwerk anzumelden, damit dann gleich der Kommentar als neuer Status veröffentlicht wird. In dem Sinne nichts ungewöhnliches.
Du hast die Wahl – oder auch nicht
Vor diesen Buttons stand ein Text, der mir anbot, meine üblichen Daten wie E-Mail, URL und Name anzugeben oder einen Button anzuklicken. Ich möchte hier das »oder« hervorheben!
Da ich kein Fan von solchen Automatismen bin wählte ich die konventionelle Methode.
Wie Du auf dem Bild erkennen kannst, war es mir nicht möglich einen Kommentar zu hinterlassen. Meine Vermutung galt zuerst der Einstellung in den WordPress-Optionen, die dafür sorgt, dass nur kommentiert werden kann, wenn der Leser am Blog angemeldet ist. Vielleicht hat der Admin nur zufällig oder sogar gewollt diese Einstellung aktiviert.
Was mich nur irritiert ist dieses »oder« beim Kommentarformular. Wenn mir die Option angeboten wird, auszuwählen, warum werde ich dennoch zur Anmeldung gezwungen?
Auf Fehlersuche
Da in diesem Fall der Admin auch auf Facebook zu finden ist, veröffentlichte ich dort mit einem Bild die Fehlermeldung und schrieb, dass es nicht möglich ist, zu kommentieren.
Die Reaktion von weiteren Betroffenen kam nun prompt. Ich stand mit meinem Problem nicht alleine da.
Der Tipp mit den Diskussionseinstellungen brachte keine Besserung. Spaßeshalber wurde eine Black List vermutet, die im Umlauf ist. :)
Ich testete nun selber aus, was es mit diesen Buttons auf sich hat.
Nach dem Klick auf den Facebook-Button wurde ich aufgefordert, der WordPress-Anwendung Zugriff auf meine Daten von Facebook zu erlauben, was ich aber dankend ablehnte und nun den WordPress-Button anklickte.
Hier wurde ich nun aufgefordert, mich bei WordPress.com anzumelden bzw. einzuloggen, falls ich schon WordPress-User sei. Ich weigerte mich, dieser Aufforderung zu folgen.
Somit war es mir nicht möglich, einen Kommentar mit den bisher immer ausreichenden Angaben zu hinterlassen. Ein ziemliches Schlamassel für den Websitebetreiber, vor allem, wenn er nicht (ausreichend) über diese neue »Funktion« in Kenntnis gesetzt wurde.
Es kristallisierte sich heraus, dass es sich nur um Websites handelt, die von WordPress gehostet werden. Eine neue Funktion und keiner weiß davon? Oder ein Fehler der noch nicht bekannt ist?
Ein User hatte erfolglos bei WordPress nachgefragt und im deutschen Forum wusste niemand Bescheid. Nach etwas Recherche, wurde im englischen Forum dieses Problem bereits heftig diskutiert. Ist diese Funktion der voraussetzenden Anmeldung gewollt und wenn ja, durchdacht?
Widersprüche
Ein User schrieb, was ich auch über dieses Vorgehen denke. Auch wenn an Sicherheit, Spammern gedacht werden muss.
«Ich hab diese Erfahrung auch schon gemacht und bin dazu übergegangen, dass es dann eben keine Kommentare mehr gibt. Wer einen Blog hat, sollte doch das Kommentieren möglichst »barrierefrei« anbieten, denn schließlich lebt ein Blog davon. Es bleibt dem Betreiber ja unbenommen, die Beiträge zu filtern und ggf. nicht zu veröffentlichen. Das find ich auch ok.«
Facebook-Stream
Dem ist nichts hinzuzufügen. Es gab viele Internetnutzer, die dieses zusätzliche Anmelden bei Facebook, Twitter und WordPress nicht mögen, nur um einen Kommentar zu hinterlassen.
Wenn das wirklich so gewollt ist, widerspricht es doch dem ganzen Dasein von Blogs! Was ist das für eine Funktion, die WordPress durchsetzen möchte?
Ich weiß es nicht. Vermuten tue ich nur, dass es mit der neuen Möglichkeit der Comment Notifications! zusammenhängen könnte.
In der Beschreibung wie Kommentare organisiert werden können heißt es ganz stolz:
«Every WordPress.com site automatically provides easy commenting for your readers with a WordPress.com, Facebook, or Twitter account. Your readers can choose the login they wish to use when commenting. It’s as simple as that.«
WordPress Support: Manage Comments
Ob diese Unterstützung der Bequemlichkeit wirklich so gut ist?
Erste Vermutungen
Meiner Meinung nach kann ich nicht glauben, dass es nur darum geht Spammer abzuwehren. Vielmehr vermute ich, das damit wertvolle Profildaten wie bei Facebook gesammelt werden und diese für gezielte Werbung in den Blogs genutzt werden kann.
Will »wordpress.com« auch an die Börse?
Zukunft und Konsequenzen
Es gibt jetzt viele Admins, die für ihren Teil die Konsequenz ziehen und einen neuen Blog bei einem anderen Anbieter einrichten möchten.
Wir haben jetzt Wochenende und ob sich diesem Problem bei WordPress angenommen wird, steht noch in den Sternen. Was meinst Du. Ist dieses Handeln der Websitebetreiber verfrüht? Oder findest Du es richtig, dem Webhoster WordPress.com der Rücken gekehrt wird?

Ich find es gut, wenn die Blogger durch ihre Abmeldung beim Hoster WP auf diesen Druck ausüben. Wenn die dort clever sind, werden sie die Kunden nicht verärgern und verlieren wollen und schnellstens eine kommentarfreundliche Lösung finden und damit die Kündigungsgedanken ausbremsen. Das wäre mal ein Beispiel für erfolgreiche »Macht der Verbraucher«, die letztendlich auch dem Anbieter gut tut, es sei denn, für diesen ist die Datenlieferung via facebookkonten ertragreicher als der Erhalt des Kundenbestandes.
Hey,
was für ein Glück habe ich deinen Artikel gefunden.
Ich dachte schon es läge an mir… denn mir ist das auch aufgefallen.
Was für ein komischer Kram dachte ich. Schmökere gern rum und wenn ich ein schönes Blog sehe und es kommentieren möchte, dann möchte ich das so tun wie immer.
Ganz ehrlich, man kann es auch übertreiben mit der »zensur«. Ich habe auf meiner Seite die Möglichkeit geschaffen zu kommentieren und kann selbst bestimmen was ich freischalte oder auch nicht.
Es ist wie immer… leben und leben lassen. Das ist mein Motto.
Hallo Rene,
Deinen Grundgedanken kann ich voll zustimmen.
Leider geht es in der heutigen Zeit um Daten, mit denen Geld verdient wird.
Da dieses leider die vorherrschende Motivation ist, wird sich das auch nicht ändern.
Wie Du schon schreibst. Selbst bestimmen, wie etwas zu funktionieren hat und ob man »dabei« sein möchte ist die richtige Richtung und keine Zensur von Außen.
Mal sehen, ob es bei WordPress so bleiben wird.
Hallöchen,
also ich kann Euch sagen, ich bin pappesatt. Ich hatte vorher eine Theme, die wurde verändert, hab mir ne neue genommen, welche dann wieder ohne vorherige Absprache geändert wurde und als letztes hab ich mir eine gekauft, damit ich endlich Ruhe habe und zeitgleich kam nun diese dritte Änderung zutage, welche mich fast hat verzweifeln lassen, denn ich bin ja davon ausgegangen, daß ich etwas falsch gemacht hatte. Nun werde ich mir über kurz oder lang doch was eigenes suchen müssen, denn diese Veränderungen sind echt übel, vorallem, weil man es nicht mitgeteilt bekommt – getreu dem Motto: Friß oder stirb.
Danke für Deinen sehr ausführlichen Artikel, denn ich bin da technisch leider nicht so versiert ;-)
Liebe Grüße
Hallo gismolinchen,
auch ich hatte anfangs kurz ein Blog auf WordPress.com, diesen jedoch schnell wieder eingestampft. Die unfexibilität, die Werbung und die totale Einschränkung der eigenen Freiheit bei der Gestaltung des Designs und der Funktion wa dann doch nichts für mich.
Daher entschied ich miich alles selbst zu machen, was zu einer Irrfahrt werden kann…
Schade, dass sich WordPress.com so verhält wie Facebook und teilweise auch Google. Das schlimmste daran ist aber imer wieder, das dem Websitebetreiber / Blognutzer keine Info und somit auch keine Chance gegeben wird auf Änderungen zu reagieren, z.B. durch ein anderes Kommentar-Plugin oder die Auswahl zwischen der neuen und der alten Variante.
OK. Es ist kostenlos. Doch erlaubt es diese Tatsache, so zu handeln?
Kein Wunder, dass jetzt viele abspringen werden, sofern sie wisssen, wie sie die Daten auf das neue Blog übernehmen können.
Zum Schluß kann ich Dir noch All-inkl empfehlen. Preis-Leistung ist exzellent: ;)
Grüße Timm