Letztens diskutierte ich mit Freunden über die zunehmende Entwicklung kurzer und lieblos veröffentlichter Beiträge in der Blogosphäre. Immer wieder werden andere Beiträge 1zu1 kopiert oder mit einer einzigen Videodatei publiziert, was meiner Vorstellung eines guten Beitrages absolut widerspricht. Dieses durch Facebook & Co weitverbreitete Verhalten lässt sich ganz einfach mit ein paar Zeilen Code verhindern, der eine Mindestanzahl von Wörtern für einen Artikel festlegt.
Die Diskussion über lange oder kurze Texte für Artikel lässt sich stundenlang fortführen. Es wird sicherlich ein Vergleich stattfinden müssen, zwischen der ersten Internetgeneration mit der Entstehung von Blogsystemen gegenüber der heutigen Facebook Generation. Zusätzlich muss hinterfragt werden, wohin uns die Entwicklung des Web 2.0 führt und welche soziokulturelle Folgen es für das Kommunikationsverhalten mit sich bringt.
Vergessen dürfen wir auch nicht die technische und preisliche Entwicklung sowie die geschaffene Möglichkeit für Jedermann sich aktiv im Internet zu verwirklichen. Der Wunsch, soziale Kontakte außerhalb des Wohnzimmers zu finden mit der gefühlten Sicherheit, Anonymität und Distanz vereinfachten die Entstehung der noch heute vorhandenen sozialen Dienste wie Facebook, MySpace, Twitter & Co.
Um der heutigen kurzen Aufmerksamkeitsspanne jedoch gerecht zu werden, beende ich meine persönlichen Gedanken und zeige Dir nun, wie Du eine Mindestanzahl von Wörtern in Deinen Beiträgen definieren kannst. Dazu bedarf es nur wenige Schritte.
- die functions.php befindet sich im Ordner Deines installierten WordPress-Themes. Diese bitte mit einem geeigneten HTML-Editor öffnen.
- Bitte folgenden Code hineinkopieren:
function minWord($content){
global $post;
$num = 100; //set this to the minimum number of words
$content = $post->post_content;
if (str_word_count($content) < $num)
wp_die( __('Error: your post is below the minimum word count.') );
}
add_action('publish_post', 'minWord');
In der ersten Zeile wird die Funktion definiert. Die zweite Zeile besagt, dass alle Beiträge angesprochen werden sollen. In der folgenden dritten Zeile gibst Du an, wie viel Wörter für einen Artikel mindestens vorhanden sein sollen. Die weiteren Zeilen sprechen den Artikelinhalt an und starten das Zählen der Wörter. Die sechste Zeile gibt eine Fehlermeldung aus, wenn die Mindestanzahl der Wörter nicht erreicht wurde. Diesen Text kannst nach Deinen Wünschen ändern. Die achte und letzte Zeile gibt sozusagen sein OK für die Veröffentlichung des Beitrages.
Diesen Code-Snippet fand ich auf WPRecipes. Erstellt und im Internet veröffentlicht hat ihn Pippin WIlliamson. Diesen Beiden gehört mein Dank für diesen Code Snippet, welches auf meinem WordPress 3.2.1-System hervorragend funktioniert.
Für mich ist die Möglichkeit, eine Mindestanzahl von Wörtern für einen Artikel festzulegen eine positive und motivierende Idee. Wie denkst Du darüber? Bist Du eher ein Kurzschreiber oder gehörst Du auch zu den Bloggern, die gerne etwas längere Texte schreiben? Deine Meinung interessiert mich.
Ich bin wohl der Mitteltyp *lach* Ich finde die Leser dürfen schon bisschen mehr lesen, meiner Meinung nach sind 300-500 Wörter total OK. Leider habe ich viele in meinem RSS Reader die gerne meiner Meinung nach über die Strenge schlagen und die Texte wesentlich länger werden – wo ich den Eindruck habe das da viel steht nur damit der Text länger wird/wirkt.
Ich denke manchmal ist weniger einfach mehr ;)
@Nadine:
Vielen Dank für Deine Ansichten über längere Texte in einem Blogbeitrag. Persönlich finde ich es auch nicht schön, wenn Texte künstlich verlängert werden ohne das ein Mehrwert entsteht. 300 – 500 Wörter sind ok und ich versuche, mich auch weitestgehend daran zu halten. Irgendwann möchte der Leser auch etwas anderes machen als gespannt auf den Monitor zu schauen, so das ihm beim 1200sten Wort die Augen brennen. Vorausgesetzt, der Text ist so gut, das der Leser so weit dem Beitrag folgt.
Mittellange, prägnante Artikel zu schreiben ist nicht immer einfach. Aber hier geht es ja darum, nicht mit 140 Zeichen zu kommunizieren, auch wenn gewisse Dinge als SMS verschickt, prägnant sein können… ;)
@Nic
Du hast natürlich Recht. Es kommt darauf an wie Dein Weblog aufgebaut. Betreibst Du eher ein News-Magazin mit Headlines, so ist diese Begrenzung sicherlich hinderlich. Doch für andere Blogger kann es durchaus als Motivation gelten, seinen Text nochmals durchzulesen und ggfs. zu überarbeiten. Manchmal schreibt man einfach drauf los und drückt schnell auf den ‚Veröffentlichen‘-Button nur um den Artikel fertig zu bekommen.
Wenn nun vorher noch ein ‚Stopp‘ kommt, kann es dazu führen, das Artikel besser wird als mit 50 Wörtern. :)
Es gibt auch Blogger, die einfach Code-Snippets ohne weitere Beschreibungen zu liefern. Hier finde ich die Begrenzung angebracht, weil dadurch der Blogger nochmals ‚gezwungen‘ wird über seinen Artikel nachzudenken. Vielleicht kommt er dann auf die Idee, Beschreibungen hinzuzufügen und dem Leser einen Mehrwert zu bieten.
So aus dieser Richtung verstehe ich diese Möglichkeit, eine Mindestanzahl von Wörtern festzulegen. :)
LG
TImm
Ich halte von einer Begrenzung nichts. Manchmal gibt es Eilmeldungen, die müssen einfach raus. Und warum soll man mehr schreiben, als nötig?
Ich bin grundsätzlich auch der Typ »weniger ist mehr«, wobei ich mit »weniger« nicht 140 Zeichen meine, sondern immer dann damit zufrieden bin, wenn ich den Eindruck habe, dass durch das »Mehr« nichts Neues kommt. Jedem Blogger sollte es selbst überlassen sein, wie kurz oder lang er seine Beiträge hält. Und wenn jemand da eine Orientierungsmarke von einer bestimmten Wortzahl braucht, ist das für ihn doch ok. Sollte nur nicht so laufen, dass es ihm dann so geht: »Hilfe, ich habe die Grenze noch nicht erreicht, also muss noch irgendein blabla dazu«.
Ich persönlich würde mich da schon eher auf mein Gefühl verlassen, denn Wortzahl -egal, ob viel oder wenig – sagt eigentlich kaum was über Qualität aus. Zu manchen Thermen oder Blogs passt eben auch kein langer Text, zu anderen kein kurzer. Hier im Blog würde ich mich z.B. schwer wundern, wenn mir ein Fünfzeiler als Beitrag präsentiert wird, woanders wieder nicht. Und das Schöne an Blogs ist ja, dass sie sofort per Kommentar feedback bekommen und wer den Telegramstil nicht mag und mehr erwartet, wird auch andere Blogs lesen, als der Häppchen-Liebhaber. Blogs, auf denen es überwiegend um Meldungen oder Sprüche geht, kommen eben mit weniger aus. Als Leser hab ich ja die Wahl. Ich persönlich scheine mich aber für Themen zu interessieren, die man eher ausführlich darstellt, neige anscheinend beim Kommentieren auch zur Langfassung. Vielleicht könnte man Kommentare ja in der Wortzahl begrenzen, damit die Leute sich präzise ausdrücken. Würde mir glaub ich ganz gut tun ;)
Hallo HansdasJo,
vielen _Dank für Deine ausführliche Kommentierung :)
Genau dieses BlaBla ist der Punkt, den ich vermeiden möchte. Ob zu langer oder zu kurzer Artikel.
Die richtige Länge für ein Blogartikel zu finden besteht aus einer Gratwanderung, wobei es für die ‚richtige‘ Länge keine Wortanzahl gibt. Doch wie Nadine schreibt, sind 300 bis 500 Wörter ok.
Der Leser hat die Wahl.
Qualität vor Quantität ist das Motto und die Wortanzahl kann als Hilfe dienen, den richtigen Weg zu finden. :)
Eine Begrenzung der Kommentarlänge ist in beiden Richtungen möglich. Bei der einen Lösungen kannst Du einstellen, das mindestens 10 Wörter eingegeben werden müssen bevor der ‚Senden-Button‘ erscheint. Um die Kommentarlänge zu begrenzen gibt es eine Javascript-Lösung oder die Möglichkeit als Eintrag im Kommentarformular an der richtigen Stelle…
Du siehst, möglich wäre es, doch möchte ich keinen Leser vertreiben, nur weil er sich bevormunden lassen muss, wie lange sein Kommentar zu sein hat. Jeder ist bei mir Willkommen. :)
LG
Timm
Das ist eine gute Einstellung!
(Du siehst, ich kann auch kürzer :) )
Ich halte auch sehr wenig von einer Begrenzung. Es gibt einfach Artikel, die mit wenigen Worten auskommen aber trotzdem aussagekräftiger sind als ein 1000-Wörter-Beitrag. Bei mir auf dem Blog gibt es die verschiedensten Artikel. Wenn es sich um einen Fachbeitrag handelt, darf der zur Erklärung gerne etwas länger sein, aber ein Fotobeitrag kommt unter Umständen vollkommen ohne Text aus.
HappyBuddha hat letzte Woche ein ähnliches Thema auf seiner Seite beschrieben. Das passt auch sehr gut zu der Diskussion hier.
Liebe Grüße
Linda
Hallo Yuki_Keylin,
vielen Dank für Deine Meinung, die ich voll und ganz unterstützen kann. Wie lang ein Artikel wird, richtet sich wirklich nach dem Klientel welches ich erreichen möchte.
Mir ging es in diesem Beitrag darum,aufzuzeigen, das sich die Blogogosphäre im ständigen Wandel befindet,da auch Weblogs sich nicht vor Facebook und Co. verschließen können.
Es wäre aber wirklich sehr Schade, wenn nur 140 Zeichen für ein Artikel benutzt würden, auch in einem Fotoblog. Denn auch diesen Weblogs würde ich mich über eine nährere Beschreibung über Ort, Intention oder einer erlebten Geschichte zu diesem Bild interessieren. :)
Den Artikel las ich mir durch und bestätige die Aussage, wie ein optimaler Beitrag auszusehen hat:
Der optimale Artikel richtet sich nach den Voraussetzungen und was ich mit meinem Beitrag errreichen möchte.
So passiert es, das ich bei jedem neuen Beitrag neu überlege, wie der Artikel am Besten zu formulieren und optimieren ist, damit ich meinem Leser einen Mehrwert bieten kann und vielleicht einen neuen Stammleser bekomme.
Qualität vor Quantität eben…
Ob es mir immer so gelingt, sei einmal dahingestellt. :)
LG
Timm
Die Entwicklung zu den 140-Zeichen-Blogs habe ich auch schon beobachtet. Aber das betrifft eher die neueren Blogger; die, die schon lange dabei sind, haben sich in ihrem Schreibstil zwar vielleicht verändert, aber legen immer noch viel Wert auf ihren Inhalt.
Der Wandel unserer Gesellschaft und das Bekanntmachen von Blogs, Twitter und Co. in den Medien hat das Internet in letzter Zeit so stark verändert. Mittlerweile meint auch jeder, dass er bloggen müsste, weil es ja alle machen und das »cool« ist…
PS: Das automatische Einfügen des Textes in den Feldern über dem Kommentarfeld nervt. Meine Daten wurden zwar gespeichert, aber dahinter stand dein Autotext (author ect.), den man jetzt also immer rauslöschen muss, da sonst ein WordPressfehler angezeigt wird (gebe eine gültige E-Mail-Adresse an). Doof…
Web 2.0 der ersten und zweiten Generation lassen sich nur schwer vergleichen, da die Möglichkeiten,das Internet zu nutzen so drastisch änderten und vor allen Dingen schnell änderten. Das Stichwort ‚schnell‘ möchte ich hier hervorheben. Denn über all im Leben wird einem vorgesetzt: ‚Zeit ist Geld‘ und Leistung zählt, schnell und effektiv usw.
Selbst die Schnittfolgen in Rundfunk und Fernsehen sind so schnell geworden, das das Gehirn überfordert ist mit all den Informationen, die auf einem Aufprasseln.
Da kommt einem die kurze Aufmerksamkeitsspanne bei Facebook und Co. gerade Recht. Hier kann ich schnell Informationen loswerden und Feedbackbekommen und das relativ entspannt…
Weblogs sucht man dann nur auf um sich mit gewissen Sachverhalten und Themen näher auseinanderzusetzen.
Beides wird es auf jedenFall immer geben.
Daran wird auch die Web-Cloud nichts ändern. Alle meine Daten auf einen fremden Rechner (sogar vielleicht noch in den U.S.A) zu speichern, nur damit ich immer und überall sofort auf meine Dokument zugreifen kann finde ich als keine gute Idee. Hoffentlich wird es sich nicht durchsetzen…
Das von Dir angesprochene Problem bei der Kommentierung sollte gelöst sein. Danke für Deinen Hinweis. :)
LG
Timm
Ich finde an sich das Prinzip der Kurznachrichten auf Twitter und Facebook sehr gut, weil man sich schnell informieren kann. Aber eigenständige Blogs, die nur einen Link oder fremde Texte kopieren braucht eigentlich niemand. Dann sollen sich diese Personen wirklich auf die Kurznachrichtendienste beschränken.
Ja, das Problem scheint gelöst. Danke :)
LG Linda
Schön, das das Problem mit der Kommentierung gelöst werden konnte. :)
Ich finde es wichtig sowas direkt anzusprechen. Kostet mich nichts und wäre dir wahrscheinlich nicht aufgefallen, weil du eingeloggt eine andere Ansicht hast.
Genau so soll es auch sein. Werde mir auf jeden Fall noch Gedanken machen, wie ich es mit der automatischen Löschung vorbelegter Felder beim Klick ins Kommentarfeld hinbekomme. Ein bißchen Barriereffreiheit muss sein. ;)
Vielen Dank nocheinmal.
LG
Timm