Andy hatte in seinen Kommentar darüber gesprochen, dass es heutzutage ständig ein Welttag für irgendetwas gibt. Das hat mich dazu verleitet zu schauen ob es wirklich so ist. In der Tat gibt es fast täglich einen Welttag. Gestern war es der internationale Tag der Linkshänder, was mich nicht wirklich betraf, denn ich bin Rechtshänder, auch wenn ich beim Tischtennis mit beiden Händen gut spielen kann. Heute am 12 August 2012 ist Welttag der Schallplatte, was mich etwas nachdenklich werden lässt.
Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der die CD erst noch erfunden wurde. In den ersten Jahren meines Lebens wurde ich mit den verschiedensten Formen der Schallplatte konfrontiert. Neben der normalen Langspielplatte (LP) und der Single gab es noch die Maxi-Single sowie Schallplatten die biegbar, bunt bedruckt und aus Schokolade waren. Für mich war es ein Spaß am Schallplattenspieler die verschiedene Anzahl der Umdrehungen einzustellen. Für die große Maxi-Single und die kleine Single war es 45rpm und bei der normalen LP 33rpm.
Es ist noch heute für mich ein besonderer Moment, wenn ich die Langspielplatte mit weit gespreizten Fingern aus der Schutzhülle nehme und sie vorsichtig auf den Plattenspieler lege. Vorsichtig legt sich die diamantene Nadel in die Rille der Platte und die Musik ertönt in einen warmen Klang.
Als die CD herauskam, wollte ich auf jeden Fall den »neuen« Klang erleben. Dabei gab es unterschiedliche Aufnahmeverfahren:
- Digitales Aufnahmegerät, Digitaler Mischer, Digitaler Master
- Analoges Aufnahmegerät, Digitaler Mischer, Digitaler Master
- Analoges Aufnahmegerät, Analoger Mischer, Digitaler Master
AAD bedeutet dass diese Aufnahme analog aufgenommen, analog gemastert und dann digitalisiert wurde.
ADD gedeutet dass diese Aufnahme analog aufgenommen wurde, vor dem Abmischen digitalisiert wurde und digital weiterverarbeitet wurde.
DDD ist eine volldigitale Aufnahme die auch so weiterverarbeitet wird.
Natürlich wollte ich auch, dass meine bisherigen Platten digital erschienen. Immer wieder gab es bei der Schallplatte Knackser und Knistern, was mich störte. Hinzukommt, das es für mich wichtig war, direkt zum nächsten Lied zu springen, vor zu spulen und nicht die LP nach 20 Minuten auf die zweite Seite zu drehen. So konnte ich meine Lieblingsmusik anhören und dabei ruhig einschlafen ohne extra aufzustehen, wenn ich nicht schon vorher in meinen Träumen gefallen bin.
Auch wenn sich technisch vieles weiterentwickelt hat, so ist die Schallplatte immer gleich geblieben. Heute muss ich sagen, dass ich sehr gerne mal eine Schallplatte höre. Ob klassisch oder modern. Der warme Klang einer Schallplatte, ob mit knistern und Knacksen oder nicht, hat ihren eigenen Charme. In der heutigen Zeit muss alles schnell gehen und »perfekt« sein. Dagegen ist die Beschäftigung mit einer Vinylscheibe ein Moment der Ruhe und Entschleunigung.
Wenn ich mal wieder bei meinen Eltern bin und Karten spielen möchte, freue ich mich, wenn ich dabei Platten hören kann. Das hat seinen Vorteil. Alle Spieler bleiben dabei und sind nicht ständig dabei, das »richtige« Lied durch ständiges Zappen zu finden.
Das hört sich alles altmodisch an, doch gibt es richtige »Clubs« um die »alte« Schallplatte. Viele Vinylscheiben besitzen heute einen hohen Wert. Nicht nur das Cover kann einzigartig sein sondern auch die Platte selbst. Es gibt bedruckte Schallplatten wie zum Beispiel die von DEPECHE MODE mit dem Albumtitel »PRECIOUS«.
Für mich wird die Schallplatte nicht aussterben. Ein Plattenspieler gehört weiterhin zu meinen elektrischen Geräten. Ich finde es aber auch wichtig, dass es die Möglichkeit gibt unsere analogen Medien zu digitalisieren. Denn bei jedem Abspielen nutzt sich die Platte ab und die Klangqualität lässt nach. Diese Kombination zwischen »Alt« und »Neu« stellt für mich die optimale Lösung dar.
Mal nebenbei: Früher »scratchten« die DJ‘s mit Schallplatten. Wie machen sie es denn heute mit den CDs? Das ist doch ein »Pro« für die Schallplatte, oder?
Meine Schallplattensammlung werde ich auf jeden Fall nicht so schnell aufgeben. Schön sorgsam wird sie weiterhin in meinen Regalen ihren Platz finden. Wer weiß, vielleicht kann ich damit später meine Rente bezahlen… ;)
Wie stehst Du zur Schallplatte? Welche Erfahrungen konntest Du bisher sammeln? Hast Du Deine Schallplatten entsorgt oder hast demnächst vor? Welche Schallplatte findest Du am Schönsten? Und ….
Sag mir einfach Deine Meinung. Ich freue mich über jeden Kommentar.
Jetzt mache ich eine kleine Pause und suche diese blaue Beatles-Platte mit »Hey Jude« …

Ich stamme zwar auch noch aus der Schallplattenzeit und bin mit ihnen groß geworden, gesammelt habe ich aber eigentlich nie und besitze heute auch keine mehr. Trotzdem kann ich mich an meine allererste eigene Platte genau erinnern: Es war eine Hörspielversion von »Dornröschen« mit einem Booklet voller schöner Bilder und dem Originaltext der Brüder Grimm. Irgendein Gast meiner Eltern hatte sie mir als Geschenk mitgebracht, als meine Eltern mal eine größere Feier bei uns zu Hause gemacht hatten. Zum Mitfeiern war ich mit 4 oder 5 Jahren damals zu klein und so habe ich den ganzen Abend über meine Platte im Arbeitszimmer meines Vaters in einer sog. Sabatruhe gehört. Hier gab es neben vielen Klassikaufnahmen auch Singles von Ike und Tina Turner und von irgendeinem deutschen Interpreten (Ralf Bendix?) den »Babysitterboogie«, den bestimmt viele auch kennen. Und jetzt könnt ihr sehen, dass ich ein Kind der 60er bin – bei der elternlichen Plattensammlung ;)
Hallo Iris, schön das du es erwähnst. Meine erste Schallplatte war ein »Hörspiel« mit Donald Duck. Schnatter, schnatter … Aber auch »Hui Buuh« hatte als Platte einen Platz in meinem Regal zwischen den ganzen Maxi‘s.
Neben den Alben waren für mich die Maxi-Versionen der einzelnen Lieder am Schönsten.
Sammeln tue ich ich Platten auch nicht. Das liegt wahrscheinlich daran, das viele um den Wert wissen…
Abundzu waren in den Platten Poster enthalten. Für Fans ein schönes Gimmick. :)
Das waren noch Zeiten, als eine Platte abendfüllend glücklich machen kann. :) Ich stelle mir gerade vor, wie Du in Deinem Zimmer gespannt der Platte lauschst. Gibt es dazu ein Bild?
Was ist denn eine Sabatruhe?
Falls du dich nciht mehr erinnern kannst:
Hier der »Babysitterboogie«:
LG Timm
Eine Sabatruhe ist sozusagen ein Musikmöbelstück aus den 50ern. Die Herstellerfirma hieß Saba. Das ganze war etwa tischhoch, ca. 1,20 m breit und war vorne zur Hälfte mit einer Klappe verschlossen. Dahinter befand sich der Plattenspieler. Die andere Hälfte beinhaltete mit Stoff verkleidete Lautsprecher und das Radio. Damals mit LW, MW, KW und UKW. Traum der jungen Nachkriegserwachsenen würde ich mal sagen.
Jetzt, wo Du es beschreibst, kann ich mich durchaus erinnern, mal eine gesehen zu haben. :)

© http://www.welt-der-alten-radios.de/geschichte-rias-137.html
Ist aber ein ganz schöner klotz.
Bei einem ausreichend großen Raum passt das sicherlich. Diese Nostalgie finde ich immer ganz gut. :)
LG Timm
So groß war das Teil meiner Eltern nicht. Die Klappe für den Zugang zum Plattenspieler befand sich auch vorne. Aber vom Prinzip her ist es sowas.
Hast Du inzwischen ein Foto von Deiner Saba-Truhe gefunden? Würde ich wirklich schön finden. :)
LG Timm
Ich wüsste noch nicht mal, wie ich eine Platte »anschalte«. Vermutlich würde ich verzweifelt den Play-Knopf suchen, oder gibt es den bei einem Plattenspieler wirklich? Platten kenne ich nur aus alten Fernsehfilmen, ich bin da eher Generation Kassette.
Platte und Cassette liefen ja lange parallel. Man Überspielte die Platten auf Cassette um sie unterwegs dabei zu haben. Ich erinnere mich noch an Plattenspieler, bei den man den Tonabnehmer manuell auflegen und abnehmen musste. Kratzer inklusive. Das war dann schon eine Verbesserung, als das automatisch geschah.
Hallo Iris, ich kann Dir nur zustimmen. Aber irgendwie macht es mehr Spaß als jetzt mit der CD – auch wenn ich sie herbeisehnte. :)
LG Timm
Hallo Julia, das kann ich kaum glauben. :) Es gibt auch einen »Play-Knopf« beim Plattenspieler. Dieser sorgt dafür, das die Platte abfängt zu drehen, sich der »Arm« hebt und auf der Platte aufsetzt. Am Anfang war es so, das der Plattenspielerarm am Ende der Platte einfach liegen blieb. Doch später kam der Automatismus hinzu, das der Plattenspielerarm auf den Ursprungszustand gesetzt wird. So habe ich es erlebt. :)
Auch ich bin mit den Kassetten groß geworden. Über 200 Stück hatten sich angesammelt. Und viele von denen besaßen eigene aufnahmen. Irgendein Quatsch, den ich mit meinen Brüdern machte. Aber auch viel Musik aus dem Radio. Das Aufnehmen vom Radio hat damals noch Spaß gemacht. Da wurden die Lieder ausgespielt und es wurde angesagt, welches folgt. …
LG Timm
Am Donnerstag, 23. August 2012 gibt es den Plattenspieler-Donnerstach!
Inhalt:
Ich kann leider nicht dabei sein. Aber Du kannst Dich gerne anmelden. :)
LG Timm