Die schönen Ostertage sind nun vorbei, das Osterrätsel gelöst und inspiriert durch die Blogs von Perun.net und Spreeblick hat meine Website einen neuen, hellgrünen-orange-weißen Button dazubekommen. Zu finden ist dieser sogenannte Flattr-Button unter jedem Artikel. Bis jetzt wird wohl überall eine Null im weißen Feld stehen. Was hat es mit diesem Flattr-Button auf sich? Was ist Flattr überhaupt und warum habe ich diesen Button auf meinem alten Blog »TiBStudio« integriert? Beantworte ich doch erst einmal die Frage was denn nun Flattr ist.
Was ist Flattr?
Flattr ist ein soziales Micro-Bezahlsystem vom Erfinder Peter Sunde mit Sitz in Malmö, Schweden und wurde im März 2010 gegründet. Die Bezeichnung setzt sich aus dem Wortspiel to flattr (jemandem schmeicheln) und der bekannten Flatrate (Pauschalgebühr) zusammen. Mit diesem Dienst kann ich als Blogger von Dir ein "finanzielles Dankeschön" erhalten, wenn Dir der Beitrag gefiel.
Voraussetzung für das »Dankeschön« ist eine vorherige Registration auf der Webseite von Flattr.
Die Nutzung von Flattr
Wenn Du bei Flattr mitmachen möchtest, dann lege eine monatliche Summe ab zwei Euro aufwärts fest, die Du verwenden möchtest, um Autoren guter Beiträge etwas Gutes zu tun. Die von Dir gewählte Summe wird nun pro Klick auf den Flattr-Button verteilt. Wie hoch nun die Ausschüttung der Summe nach Abzug von Bearbeitungsgebühren ist, hängt davon ab, wie oft du »Dankeschön« sagst. Das von Dir vorher festgelegte Gesamt-Etat wird am Ende des Monats durch alle Klicks gezählt.
Beispiel: Du hast Dich darauf festgelegt, monatlich fünf Euro an andere Flattr-Teilnehmer zu verteilen und hast innerhalb eines Monats zweimal »Dankeschön« gesagt und auf den Flattr-Button geklickt. Die beiden Autoren der betreffenden Artikel erhalten so jeweils 2,50 Euro gutgeschrieben. Hättest Du auf 10 Flattr-Beiträge geklickt, wären es 50 Cent für jeden Autor. Die bereits erwähnte Bearbeitungsgebühr, die zurzeit 10% eingehender Beträge beträgt, habe ich der Übersicht halber Mal weggelassen. Eine kleine Veranschaulichung auf Video
Wenn du nicht genug Mittel (keine Neueinzahlung oder nicht genug Guthaben durch anderer Flattr-User)für deinen monatlichen Beitrag hast, wird Dein restliches Guthaben für den monatlichen Betrag verwendet und für den Rest des Monats aufgebraucht. Wenn dein Kontostand Null erreicht, wird dein Konto deaktiviert. Das bedeutet, Du kannst nichts mehr flattern und alle Deine eigenen Buttons, sofern vorhanden, sind deaktiviert. Es kann ja vorkommen, dass Du einen Monat lang kein »Dankeschön« vergeben hast. Dann wird Dein monatlicher Beitrag für wohltätige Zwecke gespendet.
Zu den unterstützen Organisationen gehören das «Rote Kreuz«, «Ärzte ohne Grenzen«, eine Blutkrebs-Stiftung in Schweden, die «Project AWARE Foundation« welche die Unterwasserwelt erhalten möchte in dem sie dem Menschen die Möglichkeit bietet mehr über die Welt unter Wasser kennenzulernen sowie eine «Wild-Life-Organisation« die für den Erhalt der Seepferdchen kämpft.
Zurzeit beschäftigt man sich sehr mit dem Thema Datenschutz (Playstation 3), deshalb möchte ich darauf mit wenigen Worten eingehen.
Flattr ist ein Bezahlsystem unter britischem Recht und handelt gemäß dem dort gültigen Recht. Der Dienstanbieter selber schreibt auf seiner Seite dazu folgendes:
«Wir versuchen so wenig Informationen wie möglich zu speichern. Wir werten keine Daten aus ohne vorher um Genehmigung zu bitten. Wir reichen deine Daten nicht an Dritte weiter. Üblicherweise speichern wir folgende Informationen: Die Nutzerinformationen die du uns gibst (durch die Einstellungen und dein Profil), die finanziellen Transaktionen über das System (rechtlich geboten) und die Klicks die du machst (da die ja in eine finanzielle Transaktion münden). Wenn du eine Frage an den Support stellst, speichern wir auch deine Browser-Details, das steht aber nur in Verbindung zu der Support-Anfrage wird nicht mit deinem Benutzer-Konto in Verbindung gebracht.«Häufig gestellte Fragen auf Flattr.com
Was ich bei Flattr als ein kleines Schmankerl ansehe ist die Abonnentenfunktion. Wenn Du einen Beitrag flattrst, dann erscheint ein »Abonnement-Button«. Wenn Du draufklickst, bekommst Du die Möglichkeit auszuwählen in wie vielen folgenden Monaten die Sache (Fachwort für Artikel bei Flattr) automatisch geflattrt werden soll. Eine feine Sache, wenn Du bei mir monatlich »Dankeschön« sagen möchtest… ;)
Zur Info: Ein Flattr-Button kann nur einmal im Monat angeklickt werden. Das heißt, es ist nicht möglich einmal per Abo-Funktion zu flattrn und dazu noch einmal manuell bei dem jeweiligen Artikel. Allerdings darf man auch mehrere Buttons auf derselben Website benutzen.
Ist Flattr ein Schritt zur Kommerzialisierung von Timm‘s NetzBlogging?
Ich betrachte das Ganze erst mal als eine nette Spielerei. Natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn auch größere Beträge zusammenkommen würden. Viel erwarten werde ich durch den Spenden-Button nicht, denn ich glaube, dass es wenige Menschen gibt, die bereit sind, für etwas zu zahlen, was sie auch umsonst bekommen können. Das verstehe ich durchaus.
Wahrscheinlich »bedanken« sich die Blogger gegenseitig, da Leute ohne eigene Website sich kaum bei Flattr anmelden werden. Das Grundprinzip von Flattr beruht ja auf das gegenseitige Geben und Nehmen und das ist bei Nicht-Website-Inhabern nicht gegeben. Aber es gibt auch vereinzelte Spender ohne dass sie selber Guthaben ansammeln können. Doch das wird wohl eher selten der Fall sein.. ;)
Relevante Umsätze werden wohl erst durch eine Masse an Klicks, vielleicht ein paar Hundert, gemessen werden. Wenn jedoch am Ende eines Monats meine Kosten gedeckt würden, wäre ich schon sehr glücklich. Aber was nützt alles Glauben wenn ich es nicht ausprobiere!?
Zukunft von Flattr
Mal sehen. Ob Flattr einer großen Fangemeinde entgegentreten wird, ist durch die relative Eingeschränktheit der Funktion von Flattr eher unwahrscheinlich. In vielen Blog lese ich von Testläufen, die nicht wirklich zufriedenstellend gelaufen sind. Aber vielleicht hatte der Blogger zu viel erwartet. Das passiert ja ziemlich oft bei neuen Diensten aus dem Web 2.0.
Peter Sunde zieht nach einem Jahr Bilanz.
Kritikpunkte zu Flattr
- Die Gebühren sind mit 10 % vergleichsweise hoch; Onlinebezahldienste wie PayPal verlangen 2 bis 4 %.
- Da es keine Trennung zwischen Autoren und einfache Leser gibt, müssen auch Autoren, also ich, mindestens 2 € pro Monat bezahlen.
Wie denkst Du über Flattr?
Kanntest Du Flattr noch nicht oder hattest Du Dir selber schon einmal Gedanken zu diesem Micro-Bezahl-System gemacht? Findest Du es gut, dass ich Flattr auf TiBStudio.de eingebunden habe und hast Du selber mal bei jemanden geflattrt?
Update!
Für alle Betreiber einer Website die den Flattr-Dienst nutzen möchten gibt es nun ab dem 1. Mai eine Erleichterung den Flattr-Button zu aktivieren.
Bisher war es so geregelt, das man als Betreiber der Website nach der Anmeldung bei Flattr erst selbst geflattrt haben musste, bevor der Button auf der eigenen Seite freigeschaltet wurde bzw. aktiviert wurde.
Diese Voraussetzung entfällt nun!
Nach dem Einbinden des Flattr-Buttons ist dieser sofort aktiv. Es geht dadurch kein User der flattrn möchte durch den Aktivierungsprozess verloren.
Das war für mich auch eine sehr ärgerliche Sache, die nun wegfällt. Gut so. :)
Update 2! (12.01.2012)
Nach einer relativ kurzen Zeit habe ich Flattr wieder entfernt, da nicht ein Klick gemacht wurde und der Aufwand für den Unterstützer und mich gegenüber dem Nutzen zu hoch ist. Technisch verlangsamt Flattr auch meinen Blog. Vielleicht werde ich Flattr wieder integrieren, doch das werde ich mir reiflich überlegen. ;)
Update 3! (15.04.2012)
Der Button ist wieder integriert. Über ein bisschen Schmeichelei würde ich mich freuen. :)

Hallo Timm,
also so richtig verstehe ich das System nicht und sehe auch nicht, dass man dabei tatsächlich etwas Bares verdienen kann, denn entweder werden deine erwirtschafteten Werte ja wieder als Guthaben angelegt, das du verteilen kannst, oder sie gehen zu wohltätigen Zwecken. Heißt also, man zahlt ein und schiebt dabei sozusagen ein Rad an, in dem unter den Mitgliedern die Werte hin und her geschoben werden oder eben an Organisationen zum guten Zweck gehen. Und wenn deine Werte alle sind und du nichts Bares nachzahlst, fliegst du auch noch aus dem System, dein Konto wird gelöscht und du kannst keine Werte mehr bekommen. So hab ich das zumindest beim genaueren Lesen deines Beitrages eben verstanden.
Konnte oder musste man bei der Anmeldung denn ein Bankkonto nennen, auf das »Gewinne« gehen? Ich denke mal nicht, denn an eine Auszahlung scheint ja nicht gedacht zu sein. Insofern finde ich das System etwas fragwürdig. Es hat halt für die Teilnehmer eigentlich nur symbolischen Wert und beruhigt das soziale Gewissen. Lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren und bin gespannt, wie flattr mit dir umgeht, was du für feedback von dort bekommst und wie es nach einem Monat aussieht. Also bitte berichte mal, wenn du was hörst, oder der Monat um ist.
Für mich als Nicht-Blogger ist das jedenfalls überhaupt keine Option. Da finde ich den Spendenbutton von paypal viel besser, denn da weiß ich genau, wohin mein Geld geht und dass es auch da bleibt.
LG
Hallo HdJ,
auch wenn es wahrscheinlich bisher nicht klar genug dargestellt wurde:
Es gibt bei Flattr zwei Konten. Das Eine ist ein guthaben konto, auf das Du die Mindestsumme zum Flattrn einzahlst. Wenn jemand für Dich flattrt, wird das Geld auf das sogenannte Einkommenskonto eingezahlt.
Wenn auf deinem Einkommenskonto mehr als 10 € liegen, kannst du das Geld auf dein PayPal- oder Moneybookers-Konto buchen. Wenn du Geld von deinem Einkommen zum Guthaben verschieben möchtest (um zu flattrn), kannst du das jederzeit tun. Allerdings kann jegliches Geld, das du per Vorauszahlung zum Guthaben beigesteurt hast, nicht wieder zurückgebucht werden.
Nach der Änderung, das man als Websitebetreiber nicht bei Flattr selbst Geld einzahlen muss und es nun auch auf Twitter geflattrrt werden kann, erhoffen sich die Betreiber und auch die Bloggergemeinde um einen positiven Schub zu mehr Einnnhamen.
doch Deutschland gilt nicht unbedingt als DAS Spendenland. Warum etwas zahlen, was ich auch umsonst bekommen kann. Ob man diese Mentalität durch diese Änderung der Vorraussetzungen beeinflussen kann, wird sich in den nächsten Monaten / Jahren zeigen. Auf jeden Fall hatte der Dienst einen nicht besonders guten Start hingelegt. Zu unübersichtlich für den Normaluser und das Anmelden bei Flattr mit Mindesteinzahlungen pro Monat und das über Paypal oder Monaybooks bzw. Kreditkarte eingezahlt werden musste, konnte nicht überzeugen.
Mal sehen, wie es nun laufen wird.
Besser ist da selbstverständlich der Spendenbutton, weil man direkt beeinflussen kann, wieviel der Autor des Beitrages bekommt minus einer geringen Prozentzahl an Bearbeitungsgebühren.
Aber einfach Dankeschön sagen durch einen einfachen Klick (nach der Anmeldeprozedur) ist auch ein Versuch Wert. auch wenn es nur Cent-Beträge sind … ;)
LG
Timm
Hallo Timm,
also das mit den 2 Konten klärt ja dann Einiges. Man kann also tatsächlich ab 10,– was ausgezahlt bekommen. Kannst ja mal berichten, wie lange es bei dir dauerte bis du diesen doch recht hohen Betrag zusammen hattest. Mit gefällt das ganze System trotzdem nicht. Es ist einfach zu fremdgesteuert und unterliegt zu vielen Variablen. Darum stelle ich mir die Verwaltung von seiten flattr her auch kompliziert vor.
Naja, man wird sehen…………. Wünsch dir auf jeden Fall viel Erfolg damit :)
LG
Hallo HdJ,
vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine besten Wünsche. Mal sehen wie der Flattr-Button ankommt, auch wenn die ersten Schritte etwas kompliziert erscheinen… :)
LG
Timm